Saffier 6.5 im Test

Saffier 6.5
Segelspaß ist bei der holländischen Saffier 6.50 serienmäßig Segeleigenschaften. 
Wer Wert auf Ästhetik und Leistung zugleich legt, wird begeistert sein. 
Dank des einfach zu bedienden Riggs ist die Saffier 6.50 geradezu ideal für Segelanfänger und Einhandsegler.

Segeleigenschaften

Segeleigenschaften

  + Geschwindigkeitspotential
+ hohes Segeltragevermögen
+ problemlos einhand, für Einsteiger und Anfänger zu segeln
+ Einfach zu trimmen
+ Manövriereigenschaften: einfaches An-und Ablegen unter Segeln
+ Verhalten im Seegang
+ mit webig Aufwand wohnen an Bord möglich
+ ideal für Flachwassereviere
+ Einfach zu trailern

- Stand der standard- segel ohne Lazyjacks
   
Technische Daten

Technische Daten Saffier 6.50

  Saffier 6.5 Lüa:
LWL:
Büa:
Tiefgang:
Gewicht:
Rigg:
Groß:
Rollgenua:
Außenborder:
Preis:
6,50 m
5,40 m
2,15 m
0,83 m
1000 kg
7/8tel
12,50 m2
6,2 m2
4 PS im Schacht
18.250 Euro (inkl. Segel)

W ende! - nun sollen wir wieder direkt auf den Strand zuhalten - bis eine Handbreit Wasser unter dem Kiel... Wende - jetzt zum wiederholten Male parallel zu den Dünen bis die Industrieanlage nicht mehr im Hintergrund ist ... und kaum haben wir das Boot eingetrimmt und zum Laufen gebracht, tönt es aus dem Handy: “Haltet direkt auf mich zu, aber segelt dieses Mal ganz nah vorbei, aber so, dass die Sonne nicht wieder direkt von achtern ist!” .... Man merkt: Fotograf Sönke ist von Testobjekt begeistert.
Ja, die Saffier 6.50 ist ein bildschönes Boot, erstklassig gebaut bis ins Detail, in perfektem Finish. Über Wasser mit konventionellen Linien, wie dem hochgezogenen, relativ völligen Bug, geringem Freibord und kleinem, eleganten Spiegel, ist jedoch ihr Unterwasserschiff mit modernen Kielund Ruderformen ausgestattet.

Konzipiert ist die Saffier 6,50 als Daysailer, der sich auch einhand und für Einsteiger sehr leicht bedienen Iässt. Trimmmöglichkeiten wie Traveller und Achterstagspanner sind nicht vorhanden. Dafür kann aber dem Großsegel eine wirkungsvolle Rundung gegeben werden. Weiterhin hat das Boot nur einen Tiefgang von 83 Zentimetern, ist also optimal für flache Gewässer geeignet. Mit einer Breite von 2,15 Metern und einem Gewicht von 1000 Kilogramm lässt es sich problemlos auch von weniger zugkräftigen Autos trailern und auch allein mühelos slippen. Das offene Cockpit bietet zwischen dem Bug- und Heckbereich bequemen Schlafplatz für eine kleine Familie. Eine zeltartige Persenning (Extra) kann schnell und einfach aufgeriggt werden. Der eingedeckte Bugraum lässt sich mit einem Schott abschließen und im Heck ist weiter reichlich Stauraum für den Urlaubstörn vorhanden. Um das Boot unsinkbar zu machen, können die seitlichen, offenen Schapps unter Deck im Cockpit mit Auftriebskörpern ausgerüstet werden.
 
Cockpit

Cockpit und Deck

  + Sehr gute Sitzpositionen des Steuermanns auf der hohen Kante oder der Ducht
+ Layout von Deck und Cockpit
+ einfach zu stellender und legender Mast
+ Ausführung des Teakdecks und anderer Holzarbeiten
+ Qualität des weiss lackierten Mastes und Baums
+ Qualität der Decksbeschläge

- unterdimensionierter Baumniederholer
- Außenborder im Schacht

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir den vier PS starken, im Schacht montierten Außenborder und verlassen mit flotten 4,5 Knoten Marschfahrt den Hafen. Draußen empfängt uns eine anfangs nur mäßige Brise urn die vier, in Böen über fünf Windstärken und ein durch Strom verursachter, kabbeliger Seegang. Mit halbem Wind unter 19 Quadratmeter Segelfläche zieht die Saffier gleich mit fünfeinhalb Knoten los, in einer Bö erreicht sie sogar sehr schnelle 6,2 Knoten. Dabei schiebt sie mit knapp 25 Grad eine nur relativ geringe Lage, was hauptsächlich auf den hohen Ballastanteil von 50 Prozent des Bleikiels zurückzuführen sein dürfte.

Beide Sitzpositionen des Steuermanns sind sehr bequem - ob an Deck mit dern Pinnenausleger auf der hohen Kante oder geschützter im Cockpit auf der Ducht. Gewöhnungsbedürftig war anfangs allerdings das etwas nervöse, “zickige” Steuerverhalten des Bootes. Aber mit dem Trimm der Großschot - neben dem Baumniederholer die einzige Trimmvorrichtung - lässt sich die Kursstabilität dann doch deutlich verbessem. Der Stand der RolIfock und des ausgestellten Großsegels hat uns weniger gefallen - ist aber für geringere Ansprüche an die Segelleistungen ausreichend. Unserer Meinung nach sollte aber für dieses gut segelnde Boot zum Standard ein Lattensegel mit Lazyjacks gehören.
 
Saffier 6.5
Dank 50 Prozent Ballastanteil ist das Segeltragevermögen der Saffier sehr hoch

Ansonsten macht das Segeln mit dieser Kieljolle einen Riesenspaß. Sie reagiert spontan aufs Ruder, wendet schnell mit geringstem Fahrtverlust und springt gleich wieder an. Bei einer Höhe von 45 Grad und 15 Knoten Wind läuft sie noch gute 4,5 Knoten. Mehr lässt sich nicht erreichen, da dies weder der Stand der Segel, noch der völlige Vorsteven in diesem Seegang zulässt. Dafür nimmt das Boot aber kaum Spritzwasser über und setzt angenehm weich in die Welle ein. Raumschots (110 Grad) erreichen wir in einer Bö kurzzeitig sogar 6,6 Knoten - das ist rund einen Knoten über Rumpfgeschwindigkeit! Ärgerlich: Das Steigen des Baumes lässt sich nur mit Mühe verhindern, da der Baumniederholer falsch angeschlagen und völlig unterdimensioniert ist.
Als wir zum Liegeplatz zurücksegeln wird uns klar, wie wenig wichtig der Außenborder auf diesem hervorragend manövrierenden Boot eigentlich ist. Für den seltenen Fall, dass es ohne Flautenschieber nicht geht, reichen auch ein Motor mit beispielsweise drei PS, der sich dann problemlos im Boot verstauen lässt. Dann könnte man auf den hässlichen Motorschacht und die bremsende Schraube verzichten. Ohne diesen Stilbruch wäre die Schönheit des Bootes dann ohne Makel.
 
Kommentar

Kommentar

  Gleich nach Feierabend noch zwei Stunden schnell aufs Wasser...einfaches Trailern... problemlos Segeln in den besonders reizvollen Flachwasserrevieren... aber auch seetüchtig genug für kurze auBerhalb der Küstennähe... gute Segeleigenschaften, jedoch einfach zu bedienen, einhand und für Einsteiger geeignet - das sind so in etwa die Attribute, die wir der Saffier 6,50 nach unserem Test geben können. Die Bauart mit viel Handarbeit, die verwendeten Materialien und Beschläge an Deck - sie von hoher Qualität und richtig angeordnet. Alle holzarbeiten wie das Teakdeck, das Finish der Holz - und Lackarbeiten, wurden erstklassig bis ins Detail ausgeführt. Alles in allem is der preis für dieses gut segelnde Schmuckstück gerechtfertigt. Saffier 6.5
Saffier 6,50 - im Vorschiff viel abschließbarer Stauraurn, mit einer Baumpersenning wird das Cockpit zum Wohnraurn für drei